Welcher Gärtner kennt ihn nicht. Wegen seiner dreizähligen Blätter im Volksmund auch Geißfuß oder Dreiblatt genannt, findet er sich überall, wo der Boden nicht ganz zu sandig und der Standort zu trocken ist. Seine Blüten, die ihn eindeutig als Doldenblütler identifizieren, sieht man dagegen nicht so häufig, da zumeist versucht wird, ihn vorher zu entfernen.
Doch die fehlende Samenreife überbrückt er fulminant mittels seiner Wurzelausläufer, also durch eine sogenannte vegetative Vermehrung. Damit verbreitet er sich überall hin und zwängt sich durch jede kleine Steinspalte an die Oberfläche. Diese Wurzelausläufer machen ihn auch so unverwüstlich und scheinbar immun gegen jede Anstrengung, ihn aus dem Garten zu eliminieren.
Aber er ist viel besser, als sein Ruf. In früheren Notzeiten war er häufig der einzige Vitaminspender und hat so wahrscheinlich unzählige Menschenleben gerettet. Doch es steckt neben dem Vitamin C auch noch einiges anderes in ihm – ätherisches Öl, Chlorogensäure, Cumarine, Flavonolglykoside, Harz, Hyperosid, Isoquercitrin, Kaffeesäure, Kalium, Phenolcarbonsäuren und Polyine. Daher entpuppt er sich auch als ein wahres Multitalent.

In der Küche kann er überall dort eingesetzt werden, wo man gemeinhin Petersilie verwendet. Das erfreut all jene, denen eine Armada von Nacktschnecken, widrige Umweltbedingungen oder fehlende Zeit zur Pflege die Petersilienernte verhagelt.
So kann man ihn in Kräuterbutter, Wildkräutersalaten, Smoothies, als Spinat oder in jeglicher sonstigen Form als Wildgemüse verwenden.

Jede Ernte hat auch den Effekt, dass junge, schmackhafte Pflanzen nachwachsen. Die alten Blätter können schon einmal ein bischen schwer im Magen liegen. In einem solchen Fall erweist sich der intensive Gebrauch eines guten Wiegemessers als ausgesprochen hilfreich.

Läßt man doch einmal einige Pflanzen zur Blüte kommen, kann man die reifen Samen als Gewürz verwenden.

In der Volksmedizin war der Giersch vor allem als Mittel gegen Rheuma und Gicht früher sehr verehrt.
Daneben wird ihm eine abführende, beruhigende, entwässernde, entzündungshemmende, harnsäurelösende, harntreibende und verdauungsanregende Wirkung nachgesagt. Deshalb wurde er auch zur Wundheilung, bei Verdauungsschwäche, Durchfall, Blasenentzündung, Ischias, Hämorrhoiden, Skorbut und Übergewicht eingesetzt.
Seine Anwendung erfolgt  getrocknet oder frisch als Tee, Pflanzensaft, Badezusatz oder in Form des frisch zerquetschten Krautes als Umschlag.
In der Homöopathie kommt er heute noch gegen Rheuma und Gicht zum Einsatz.