(Plantago lanceolata)

Standortbedingungen

Boden, Sonne bis Halbschatten (trockene Wiesen und Wegränder)

Pflanzenbeschreibung

Der Spitzwegerich gehört zur Familie der Wegerichgewächse (zählt zu den Wiesenunkräutern, die sich leicht vermehren) – („weg“ und „rich“ stehen für „Herrscher des Weges“ oder „Wegbeherrscher“); Aussaat im Frühling, mehrjährig, 30 cm hoch, Blütezeit Mai bis September, ausdauernde Pflanze mit kräftigem Wurzelstock

Erntezeit und Erntetechnik

Mai bis September, die besten Heilmittel entstehen aus den um den 15. August gesammelten Blättern und Wurzeln, man verwendet die jungen Blätter; sammeln auf Wiesen, Wegrändern, Waldrändern und Schuttplätzen während der Blütezeit

Verwendung

Der Spitzwegerich wird wegen seines hohen Schleimgehaltes gerne zu Sirup und Pastillen verarbeitet und auch als Tee und in Teemischungen verwendet. Er ist ein wichtiges Hustenmittel und hat außerdem gute Fähigkeiten bei der Wundheilung. Wenn man sich in der freien Natur verletzt hat und weder Pflaster noch Desinfektionsmittel dabei hat, hilft es, ein paar Blätter zu zerkauen und auf die Wunde aufzulegen. Mit einem unzerkauten Blatt kann man das Ganze bedecken (bakterientötend)

Bei Insektenstichen: man reibt die Blätter zwischen den Händen bis der Saft austritt und legt den Pflanzenbrei auf die verletzte Stelle. Es verhindert auch Schwellungen nach Prellungen.

Heilwirkung

Bronchitis, hustenlinderndes Mittel bei allen Erkältungserscheinungen, Insektenstiche (Juckreizstillend), Katarrhe der oberen Luftwege, Entzündungen im Mund und Rachenraum, Magen- und Darmschleimhautentzündungen, Quetschungen, blutende Wunden (blutreinigend); Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Gerbstoffe (appetitanregend), Kieselsäure, Vitamin C, antibiotische Stoffe

Anwendungsmöglichkeiten

Trocknen: Blättchen in schmale Streifen schneiden, locker auf Packpapier schichten oder die Blätter auf eine Schnur fädeln und welken lassen; im lichten Schatten trocknen lassen und in Papiersäckchen aufheben. Verfärben sich die Blätter beim Trocknen schwarz, sind sie wertlos.

Frischpflanzen: sind zu bevorzugen, da das antibiotisch wirkende Aucubin sehr empfindlich reagiert und schnell abbaut.

Wirkung

Harntreibend, schleimlösend, auswurffördernd, verdaungsfördernd, stoffwechselanregend, wundheilend, blutstillend

Der Einsatz des Spitzwegerichs als Wundheilmittel lässt sich bis in die Steinzeit zurückverfolgen.